Dual studieren in Hamburg: Was ist ein duales Studium?

Dual studieren in Hamburg: Was ist ein duales Studium?

Dual studieren in Hamburg: Dein Weg, Beruf und Studium zu verbinden

Auf der Suche nach einem geeigneten Studium wirst du früher oder später auf die Möglichkeit stoßen, dual studieren zu können. Mit Sicherheit fragst du dich, was im Detail hinter diesem Studienmodell steckt und welche Vor- und Nachteile es mit sich bringt. Hier bekommst du die Antworten!

Was ist ein duales Studium?

Anders als beim klassischen Studium lernst Du nicht nur an einer Hochschule, sondern arbeitest parallel in einem festen Betrieb mit. Auf diesem Weg gehen Theorie und Berufserfahrung Hand in Hand und du kannst das gelernte Wissen direkt anwenden.  

Das bedeutet: Während du an deiner Hochschule Vorlesungen besuchst, Seminare belegst und Prüfungen schreibst, lernst du im Unternehmen konkrete Abläufe, Projekte und Arbeitsbereiche kennen.

In Deutschland hat sich das duale Studium in den vergangenen Jahren zu einem festen Studienmodell entwickelt, denn immer mehr Studierende wünschen sich eine gewisse finanzielle Freiheit beziehungsweise möchten ihren Berufseinstieg nicht mit "Schulden" beginnen.

Besonders gefragt ist es in Bereichen wie Wirtschaft, Informatik, Ingenieurwesen, Gesundheitswesen und Sozialer Arbeit. Auch in Hamburg wächst das Angebot kontinuierlich, wobei hier vor allem auch Unternehmen aus Logistik, Hafenwirtschaft, Medien, IT und Handel kooperieren mit Hochschulen zusammenarbeiten.

Welche Vor- und Nachteile hat ein duales Studium?

Vorteile

  • Frühe Berufserfahrung: Du arbeitest bereits während des Studiums im Unternehmen und lernst reale Arbeitsabläufe kennen.
  • Direkter Praxisbezug: Inhalte aus Vorlesungen lassen sich häufig unmittelbar anwenden und besser einordnen.
  • Monatliche Vergütung: Viele Unternehmen zahlen Gehalt und übernehmen zusätzliche Kosten wie Studiengebühren oder Arbeitsmittel.
  • Frühe Kontakte in Unternehmen: Du baust bereits während des Studiums ein berufliches Netzwerk auf und lernst potenzielle Arbeitgeber kennen.
  • Klare berufliche Orientierung: Viele Studierende erkennen früh, welche Aufgaben und Branchen zu ihnen passen.
  • Gute Übernahmechancen: Unternehmen investieren bewusst in dual Studierende und übernehmen sie häufig nach dem Abschluss.

Nachteile

  • Hohe zeitliche Belastung: Studium, Prüfungen und Praxisphasen laufen parallel und sorgen oft für einen eng getakteten Alltag.
  • Weniger Flexibilität: Stundenpläne und Praxiszeiten sind meist fest vorgegeben und lassen wenig Spielraum.
  • Kürzere freie Zeiten: Praxisphasen liegen oft in der vorlesungsfreien Zeit, wodurch klassische Semesterferien eingeschränkt sein können.
  • Abhängigkeit vom Praxispartner: Konflikte oder Veränderungen im Unternehmen können sich direkt auf den Studienverlauf auswirken.
  • Weniger Raum für Orientierung: Wer sich fachlich ausprobieren oder spontan umorientieren möchte, stößt häufiger an Grenzen.
  • Auslandssemester schwieriger planbar: Internationale Studienphasen lassen sich nicht in jedem dualen Modell problemlos integrieren.

Welche Arten des dualen Studiums gibt es?

Aktuell gibt es vier Modellvarianten, deren Unterschiede sich auf deinen Zeitaufwand, deine Organisation und spätere Einsatzbereiche auswirken.  Manche Programme wechseln blockweise zwischen Hochschule und Betrieb, andere teilen Studium und Arbeit innerhalb einer Woche auf. Was sie alle gemeinsam haben: Du bist über die gesamte Studiendauer fest an einen Praxispartner gebunden.
  • Das ausbildungsintegrierende Modell kombiniert Studium und anerkannte Ausbildung. Studierende erwerben dadurch zwei Abschlüsse und verbringen einen Teil ihrer Zeit im Ausbildungsbetrieb.
  • Praxisintegrierende Programme verzichten auf die zusätzliche Ausbildung. Hier steht die kontinuierliche Mitarbeit im Unternehmen im Mittelpunkt. Dieses Modell gehört heute zu den häufigsten Formen dualen Studierens.
  • Berufsintegrierende und berufsbegleitende Studiengänge richten sich dagegen überwiegend an Berufstätige, die sich akademisch weiterqualifizieren möchten.

Die Dualstudienmodelle im Überblick

Modell Aufbau Abschluss
Ausbildungsintegrierend Studium und Berufsausbildung gleichzeitig Bachelor + Berufsabschluss
Praxisintegrierend Studium mit festen Praxisphasen Bachelor oder Master
Berufsintegrierend Studium parallel zu bestehender Berufstätigkeit Hochschulabschluss
Berufsbegleitend Studium neben dem Beruf Hochschulabschluss

Für wen eignet sich ein duales Studium besonders?

So unterschiedlich, wie Menschen sind, sind auch die Möglichkeiten zu studieren. Das bedeutet auch, dass nicht für jeden Lerntyp das Dualstudium geeignet ist -- darüber solltest du dir im besten Fall vorher Gedanken machen und dich ehrlich hinterfragen.

Das duale Studium eignet sich vor allem für dich, wenn du in deinem Berufswunsch schon sehr festgelegt bist und so früh wie möglich in deinem Beruf Fuß fassen und mitwirken möchtest. 

Auch praxisorientierte Lerntypen können hier richtig sein. Viele Menschen lernen leichter, wenn sie theoretische Inhalte unmittelbar anwenden können. So bleibt das Erlernte nämlich keine graue Theorie, sondern kann direkt erprobt und das Wissen verfestigt werden.

Hilfreich ist außerdem eine gewisse Freude an festen Strukturen. Stundenpläne, Praxiszeiten und Prüfungen folgen meist klaren Vorgaben. Anders als im klassischen Studium lassen sich Veranstaltungen oder freie Zeiträume oft nur begrenzt verschieben.

Für wen eignet sich ein duales Studium nicht?

Wenn du dagegen möglichst frei studieren möchtest oder längere Auslandsphasen wünscht, solltest du dir die anderen Studienformen ansehen. Auch Nebenjobs oder längere studienfreie Zeiten lassen sich im dualen Studium meist schwieriger einplanen.

Tipp: Schau bei deiner Wahl nicht nur auf mögliche Vorteile wie Gehalt oder Berufserfahrung. Wichtiger ist, dass du eine Studienform wählst, die zu deiner eigenen Arbeitsweise passt. Mehr dazu findest du in "Welches Studium passt zu mir?"

Welche Voraussetzungen gibt es für ein duales Studium?

Ein duales Studium stellt meist höhere Anforderungen als ein klassisches Vollzeitstudium. Der Grund liegt nicht allein im Studienniveau, sondern darin, dass du gleichzeitig Hochschule und Unternehmen überzeugen musst. Neben den formalen Zugangsvoraussetzungen spielen deshalb auch persönliche Eigenschaften und der Bewerbungsprozess eine wichtige Rolle.

Hierbei solltest du wissen, dassp rivate Hochschulen und Fachhochschulen sich teilweise flexibler als klassische Universitäten zeigen. Gerade bei berufsbegleitenden oder praxisintegrierenden Studienfächern können alternative Zugangswege eine Rolle spielen.

Schulische Voraussetzungen

  • allgemeine Hochschulreife (Abitur)
  • Fachhochschulreife
  • Fachgebundene Hochschulreife
  • berufliche Qualifikation über Ausbildung und Berufserfahrung

Persönlichen Voraussetzungen

  • gutes Zeitmanagement
  • selbstständiges Arbeiten
  • Belastbarkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Interesse an praktischen Aufgaben
  • Bereitschaft zu festen Strukturen

Welche Hochschulen bieten duale Studiengänge in Hamburg an?

Hamburg verfügt über mehrere Hochschulen mit dualen oder praxisnahen Studienangeboten. Die Programme unterscheiden sich jedoch deutlich nach Fachrichtung, Studienorganisation und Unternehmensnetzwerk.

Zu den  bekanntesten dualen Hochschulanbietern der Stadt zählt die Hamburg School of Business Administration. Hier kannst du unter anderem Business Administration, Logistics Management und Innovation Management studieren. Die HSBA arbeitet seit Jahren mit Unternehmen aus Handel, Industrie und Dienstleistung zusammen, sodass sich ihr Studienangebot vor allem auf wirtschaftliche Studiengänge konzentriert.

Die Technische Universität Hamburg setzt mit dem Programm dual@TUHH vor allem auf technische und ingenieurwissenschaftliche Studiengänge. Studierende arbeiten hier häufig mit Unternehmen aus Industrie und Technologie zusammen – ein naheliegender Schwerpunkt für einen Standort mit Luftfahrt, Hafenwirtschaft und Maschinenbau.

Die HAW Hamburg verfolgt einen praxisnahen Ansatz und verbindet angewandte Lehre mit Unternehmenskooperationen. Gerade in technischen und digitalen Studienrichtungen spielt die Hochschule eine wichtige Rolle im Hamburger Studienangebot.

Mit der IU und der FOM existieren zusätzlich private Anbieter, die das Hamburger Angebot erweitern – etwa mit dualen Studiengängen in Sozialer Arbeit, Gesundheitsmanagement oder berufsbegleitenden Formaten.

Hochschulen für ein Dualstudium im Überblick

Hochschule Abschluss Studiendauer Duale Schwerpunkte
TU Hamburg Bachelor / Master meist 6–7 Semester
  • Ingenieurwesen
  • Technik
HAW Hamburg Bachelor meist 7 Semester
  • Technik
  • Informatik
  • angewandte Studiengänge
HSBA Hamburg School of Business Administration Bachelor / Master 6–7 Semester
  • Wirtschaft und Management
IU Internationale Hochschule Hamburg Bachelor meist 6–7 Semester
  • Wirtschaft
  • IT
  • Gesundheit
  • Soziales
FOM Hochschule Hamburg Bachelor / Master variabel
  • berufsbegleitende und praxisnahe Modelle

Welche Unternehmen in Hamburg arbeiten mit dual Studierenden?

 
Branche Unternehmen Typische Studienrichtungen
Luftfahrt und Industrie
  • Maschinenbau
  • Wirtschaftsingenieurwesen
  • Elektrotechnik
  • Produktionstechnik
  • Informatik
Handel, Wirtschaft und Finanzen
  • Otto Group
  • Beiersdorf
  • Hamburger Sparkasse (Haspa)
  • Hermes Germany
  • EDEKA-Zentrale Hamburg
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Finance
  • Marketing
  • Wirtschaftsinformatik
  • E-Commerce
Hafen, Logistik und Infrastruktur
  • Hamburg Port Authority (HPA)
  • HHLA
  • Deutsche Bahn
  • Hapag-Lloyd
  • Hamburger Hochbahn
  • Logistik
  • Supply Chain Management
  • Verkehrsmanagement
  • Bauingenieurwesen
  • Wirtschaftsingenieurwesen
Gesundheit und soziale Dienstleistungen
  • Asklepios Kliniken
  • Schön Klinik Hamburg
  • Gesundheits- und Sozialträger
  • Gesundheitsmanagement,
  • Pflegewissenschaft
  • Sozialmanagement
  • Soziale Arbeit

Was verdiene ich in einem Dualstudium?

Viele dual Studierende erhalten eine monatliche Vergütung durch ihr Unternehmen. Die Höhe hängt dabei oft vom Betrieb und der Branche ab, weswegen eine sichere Aussage hierzu pauschal nicht zu geben ist. 
 
Branche Häufige Vergütung
Industrie 1.100–1.600 €
Banken 1.200–1.700 €
Gesundheitswesen unterschiedlich
öffentlicher Dienst tarifabhängig

Bei Airbus sind es beispielsweise 1.250 € brutto pro Monat, während du bei Lufthansa  1.300 Euro pro Monat als Einstiegsgehalt bekommst.

Zusätzlich übernehmen manche Unternehmen:

  • Studiengebühren
  • Fachliteratur
  • Arbeitsmittel
  • Fahrtkosten
 

Gut zu wissen: Oft gibt es auch diverse Mitarbeiter-Benefits wie eine vergünstigte Gym-Mitgliedschaft oder Rabatte für Aktivitäten.

[Video] DAS solltest du vor dem DUALEN STUDIUM wissen!!

Wie läuft ein duales Studium typischerweise ab?

  1. Phase – Grundage schaffen: In den ersten Semestern stehen fachliche Grundlagen und das Kennenlernen des Unternehmens im Mittelpunkt. Du lernst Abläufe, Teams und Arbeitsbereiche kennen.
  2. Phase  Vertiefung: Später folgen spezialisierte Studieninhalte und anspruchsvollere Aufgaben im Betrieb. Oft arbeitest du bereits an Projekten oder übernimmst erste Verantwortung.
  3. Phase – Praxis: Während der Praxiszeiten bist du fest in den Arbeitsalltag eingebunden. Je nach Branche reicht das von Kundenkontakt bis zur Mitarbeit an technischen oder digitalen Projekten.
  4. Phase – Abschluss: Viele Studierende schreiben ihre Bachelorarbeit gemeinsam mit dem Praxispartner und bearbeiten reale Fragestellungen aus dem Unternehmen.

Wie lange dauert ein Dualstudium?

Abschluss Typische Dauer
Dualer Bachelor 6–7 Semester
Studium mit Ausbildung etwa 3–4 Jahre
Berufsbegleitender Master unterschiedlich

Dual studieren in Hamburg: Wie läuft die Bewerbung ab?

Bei vielen dualen Studiengängen bewirbst du dich zuerst beim Unternehmen, denn er entscheidet, ob du den Studienplatz erhältst. Erst danach schreibst du dich an einer passenden Hochschule ein, die mit dem Unternehmen kooperiert. 

Dabei bewirbst du dich im Grunde wie auf einen normalen Job, mit Anschreiben, Lebenslauf und Unterlagen wie deinen Schulzeugnissen oder diversen Nachweisen. Schau dabei genau hin, was das Unternehmen deiner Wahl benötigt. Manche setzen auch auf Kurzbewerbungen über ihr Onlineportal und wollen die typischen Unterlagen erst nach einem ersten internen Auswahlverfahren. Viele Unternehmen setzen übrigens nicht nur auf gute Noten, sondern auf dein persönliches Interesse und gegebenenfalls Vorerfahrungen.

Kommst du in die engere Auswahl geht es weiter mit einem Bewerbungs- beziehungsweise Kennenlerngespräch oder einem Online-Test oder Eignungstest. Gerade technische Unternehmen prüfen oft deine analytischen und mathematischen Fähigkeiten, während wirtschaftliche Arbeitgeber stärker auf Kommunikations- und Teamfähigkeit achten.

Wenn du danach die Zusage durch den Betrieb hast, kannst du dich an der Uni einschreiben oder bei ihr bewerben.
 

Gut zu wissen: Viele Unternehmen veröffentlichen ihre dualen Studienplätze bereits neun bis zwölf Monate vor Studienstart. Gerade größere Arbeitgeber in Hamburg – etwa Airbus, Lufthansa Technik, die Otto Group oder die Hamburger Sparkasse – starten ihre Auswahlverfahren oft schon im Herbst für das folgende Studienjahr.

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